Zeitmanagement im Studium: die besten Tipps

5 Tipps für besseres Zeitmanagement im Studium

Die Zeit rennt, du hinterher. Das muss nicht sein. Hier sind 5 Tipps für ein besseres Zeitmanagement im Studium und insbesondere in der Schreibphase deiner Abschlussarbeit.

Tipp 1 für ein effizientes Zeitmanagement im Studium: Eins nach dem anderen

Dein Tag beginnt mit Multitasking: sofort Social Media checken.

Halt, stopp! 🙂

Wie wär’s denn, erstmal in Ruhe wach zu werden?

Etabliere am besten eine Morgenroutine, damit du frisch in den Tag starten und deine Schreibaufgaben angehen kannst.

Ich verrate dir meine:

  • Ein Glas Wasser trinken
  • Ausgiebig strecken und lüften
  • Musik anmachen
  • Zähne putzen
  • Frühstück vorbereiten
  • Sport machen; lesen; sonstige Aktivität
  • Waschen und anziehen
  • Frühstück genießen

Mit einer Morgenroutine schaffst du Zeit für dich. Social Media und E-Mails können warten.

Klar kannst du das auch machen, während du frühstückst, allerdings konzentrierst du dich dann nicht vollständig aufs Essen und das Sättigungsgefühl setzt nicht ein.

Von Multitasking ist generell abzuraten. Oft entstehen dadurch vermeidbare Fehler. Alles gleichzeitig machen zu wollen führt dazu, nichts richtig zu machen.

Hast du schon mal eine E-Mail geschrieben, während du telefoniert hast? Dann wirst du gemerkt haben, dass du bei keiner der Aktivitäten richtig bei der Sache bist.

Im schlimmsten Fall bekommt der Gesprächspartner das mit – und deine E-Mail enthält etliche Rechtschreib- und Sinnfehler, was du dann erst nach dem Absenden feststellst.

Konzentriere dich immer nur auf den nächsten Schritt einer einzigen Aufgabe! Dadurch machst du weniger Fehler. Du sparst dir damit die zeitraubenden Korrekturschleifen wie wiederholtes Nachfragen, Nachschlagen und Durchlesen.

Routinen helfen übrigens nicht nur morgens, sondern ganz allgemein bei der Bewältigung des Studiums sowie im Leben. Etabliere Routinen und konzentriere dich auf die saubere Ausführung deiner aktuellen Aufgabe!

Doch mit welcher Aufgabe anfangen? Zur Beantwortung dieser Frage musst du erstmal deine Prioritäten klären.

Tipp 2 für ein zielgerichtetes Zeitmanagement im Studium: Setze Prioritäten

Zeitmanagement im Studium: richtig planen
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Generell gilt: Eat that frog! Auf Deutsch: Nimm dir die harten und anstrengenden Aufgaben zuerst vor, anstatt dich mit unwichtigen Aufgaben abzulenken. 

Prokrastination äußert sich nämlich typischerweise genau darin, dass man die harten Brocken ewig vor sich herschiebt, aber dennoch irgendwie die ganze Zeit beschäftigt ist.

Um in den Flow zu kommen, bieten sich zwar manchmal die leichteren Aufgaben an, aber lieber früher als später solltest du dich daran erinnern: Eat that frog, damit du die unangenehmste Aufgabe endlich vom Tisch hast!

Die Prioritäten richtig zu setzen ist eine echte Herausforderung, wenn man nicht weiß, was wichtig ist. Tipp 3 wird dir dabei weiterhelfen.

Noch wichtiger ist allerdings, dass du dir einen Überblick über dein Schreibprojekt verschaffst: Was genau sollst du machen und welche zentralen Bestandteile und umfangreichen Aufgaben sind dafür am wichtigsten? Am Ende dieses Beitrags werden einige Phasen genannt, die häufig unterschätzt werden.

Tipp 3 für ein systematisches Zeitmanagement im Studium: Finde deine Zeitmanagement-Methode

Zeitmanagement im Studium: systematisch vorgehen
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Für die Planung (und Priorisierung) der anstehenden Aufgaben gibt es unterschiedliche Methoden und Techniken. Vier beliebte und effektive Techniken stelle ich dir im Folgenden vor.

Eisenhower-Matrix

Angeblich teilte der US-Präsident Dwight D. Eisenhower seine Aufgaben danach ein, ob sie dringend oder nicht dringend, wichtig oder unwichtig waren.

Karrierebibel erklärt die Eisenhower-Methode und gibt viele weitere Tipps zum Zeitmanagement.

Ganz einfach umzusetzen: Aufgaben, die wichtig und dringend sind, gehst du zuerst an. Danach folgen Aufgaben, die wichtig, aber nicht dringend sind.

Ein Beispiel dafür, wie du diese Matrix deinen individuellen Bedürfnissen anpassen kannst, findest du auf dem Selbstmanagement-Blog.

To-do-Listen

To-do-Listen haben sich als einfache und effiziente Zeitmanagement-Technik bewährt.

Deine To-do-Listen kannst du klassisch auf Papier anlegen, um alle anstehenden Aufgaben geordnet vor dir zu sehen. Achte darauf, dass deine Liste übersichtlich bleibt und eine Seite möglichst nicht überschreitet.

Alternativ kannst du eine der vielen verschiedenen digitalen Lösungen ausprobieren, z. B. Google Notizen, Evernote oder OneNote. Eine kleine Übersicht der To-do-Listen-Apps haben die Netzpiloten zusammengestellt.

Ordne deine Aufgaben nach Wichtigkeit und konzentriere dich auf die obersten Aufgaben!

 Wenn du heute nur eine einzige Aufgabe erledigen könntest, welche wäre das? Genau das ist die Aufgabe mit der höchsten Priorität, die du zuerst angehen solltest. 

Getting Things Done

David Allen hat aufgrund seiner langjährigen Erfahrung als Coach für Führungskräfte die GTD-Methode entwickelt, in der Termine und Aufgaben getrennt werden.

Das Ziel dieser umfassenden Methode besteht darin, alles systematisch zu sammeln, zu ordnen und abzuarbeiten, damit nie wieder etwas untergeht.

Die Organisation der Aufgaben basiert auf Listen. Diese bieten generell den Vorteil, dass du die Aufgaben nicht mehr im Kopf jonglieren musst. Das trägt dazu bei, dein kreatives Potenzial freizusetzen.

Für Aufgaben, die sich schnell erledigen lassen, gilt die 2-Minuten-Regel: Alles, was binnen 2 Minuten bewerkstelligt werden kann, wird sofort abgearbeitet.

Bei allen anderen Aufgaben fragst du dich immer zunächst:  Was ist der nächste Schritt?  

Diesen formulierst du derart konkret, dass du bei der Erledigung nicht mehr nachdenken musst. Dementsprechend findet bei dieser Methode keine Priorisierung statt.

GTD zeichnet sich durch einige weitere Besonderheiten aus und ist kein schnell umzusetzender Tipp. Bevor du damit beginnst, solltest du lernen, deine Aufgaben diszipliniert abzuarbeiten. Dabei kann dir die Pomodoro-Technik helfen.

Pomodoro-Technik

Pausen erhöhen die geistige Flexibilität. Das war die Grundannahme von Francesco Cirillo, als er in den 1980ern die Pomodoro-Technik entwickelte.

Smartphones gab es damals nicht. Statt Küchenuhr kann man heute die Wecker-App für diese bewährte Methode nutzen.

Wenn du unseren Motivationsbeitrag gelesen hast, weißt du bereits, dass du große Aufgaben in bewältigbare Häppchen aufteilen solltest.

Diese Unteraufgaben sind zum Teil voneinander abhängig und können nur in einer bestimmten Reihenfolge erledigt werden. Zum Teil aber lassen sie sich ebenfalls nach Priorität ordnen.

 Die anstrengenden Aufgaben, die viel Hirnleistung erfordern, legst du am besten auf deine Leistungsspitzen im täglichen Biorhythmus, während sich Routine-Aufgaben blockweise im Nachmittagstief erledigen lassen. 


Nach der Pomodoro-Technik arbeitest du deine Aufgaben in 4 Blöcken à 25 Minuten ab, wobei du dazwischen kurze Pausen von 5 Minuten einlegst. Nach 2 Stunden gönnst du dir eine längere Pause von 20 Minuten.

Bevor du beginnst, solltest du deine Aufgaben nach Priorität und Abhängigkeit geordnet haben. Ist eine Aufgabe erledigt, machst du direkt mit der nächsten weiter.

So arbeitest du deine To-dos effizient ab und hast zudem immer im Blick, was du schon geschafft hast. Das motiviert ungemein!

Du wirst außerdem ein besseres Gefühl dafür bekommen, wie lange du für welche Aufgabe brauchst.

Tipp 4 für ein wirksames Zeitmanagement im Studium: Überwinde deine Prokrastination

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Gewaltige Aufgabenberge und unlösbar scheinende Probleme können Flucht- und Vermeidungsverhalten auslösen.

Durch dieses Verhalten stellt sich unmittelbar Erleichterung ein: Man ist irgendwie beschäftigt und tätig, lenkt sich ab, verdrängt die Furcht.

Aufschiebeverhalten (Prokrastination) ist ein verbreitetes Phänomen, dessen Ausprägung von diversen Persönlichkeitsmerkmalen abhängt und dessen Ursachen tief in die Psyche hineinreichen.

Erkenntnis ist der erste Schritt zur Besserung:  Prokrastination hat selten etwas mit Faulheit zu tun, sondern vielmehr damit, dass Aufgaben nicht richtig organisiert und Ziele nicht klar definiert werden.  Deutschlandfunk berichtet über eine Studie hierzu.

Neben mangelnder Organisation und schlechtem Zeitmanagement ist die Angst, zu versagen und schlecht bewertet zu werden, eine der häufigsten Ursachen der Prokrastination.

Letztlich resultiert Prokrastination in negativen Gefühlen, die umso stärker werden, je näher der Abgabetermin rückt. Du kommst in Stress, was deine kognitive Leistung stark herabsetzt. Dann kommt die Verzweiflung.

Darüber geht die Freude verloren, die dich motivieren kann. Dein erster Schritt sollte daher darin bestehen, die Herausforderung emotional anzunehmen. 

Wenn wir wollen, was wir sollen, wird die Pflicht schwer uns nicht.

—Bruno Alwin Wagner

Diese Freude kannst du aus unterschiedlichen Quellen schöpfen, z. B. aus der Erledigung der Aufgaben, die du strukturiert angehst. Genieße den Weg zum Ziel: Du meisterst deine Aufgaben.

 Mach dir immer wieder bewusst, was du schon geleistet hast. Du bist gut und wirst immer besser! 


Deine Aufgaben hast du derart organisiert, dass sie aufeinander aufbauen. Du fängst rechtzeitig an – mit dem ersten kleinen Schritt.

Dann bewegst du dich Schritt für Schritt vorwärts, wobei du dich nach jeder Etappe mit einer Kleinigkeit belohnen kannst.

Flo zitiert gerne aus Michael Endes Roman «Momo» Beppo Straßenkehrer, der die hier erwähnten Zusammenhänge wunderbar auf den Punkt bringt. Schau dir diesen Ausschnitt aus der Verfilmung an.

Beim Schreiben deiner Abschlussarbeit erwirbst du nützliche Skills und interessante Einsichten. Freue dich darüber – und auf das, was danach kommt. Ein Urlaub oder dein Traumjob vielleicht? Auf jeden Fall ein befreiendes Gefühl der Erleichterung!

Den Beginn dieser Freude bildet ein Zeitplan mit klaren und konkreten Anweisungen. Schema: Wenn ich das erledigt habe, kommt jenes dran.

Übrigens fallen die sinnfreie Ausweitung der Recherche oder das ewige Herumfeilen an Details vor der Erledigung des Groben ebenfalls unter Aufschiebeverhalten: Nur noch diese eine Studie lesen, diesen einen Satz perfekt ausformulieren, sagst du dir, nachdem du schon zig Studien gelesen hast, während dringend die Datenerhebung ansteht oder noch ganze Kapitel fehlen.

Bei diesem Thema müssen wir offensichtlich noch viel mehr und etwas systematischer in die Tiefe gehen. Deshalb wird demnächst ein Beitrag auf deinem Lektoren.blog erscheinen, in dem wir uns nur mit Prokrastination auseinandersetzen.

Tipp 5 für ein funktionierendes Zeitmanagement im Studium: Plane realistisch

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Pläne, die funktionieren, sind realistisch – und nur realistische Pläne funktionieren. Für ein besseres Zeitmanagement im Studium gehst du systematisch und schrittweise vor.

Vor allem beginnst du rechtzeitig – im Bewusstsein, dass die Zeit immer knapp bemessen ist. Glaub mir: Mit dieser wertvollen Ressource willst du nicht allzu verschwenderisch umgehen.

Was macht einen realistischen Plan aus? Zunächst einmal musst du dich selbst kennen und einschätzen können, wie du arbeitest und wie lange du für die Erledigung einer Aufgabe benötigst.

Zu dieser realistischen Einschätzung gelangst du, indem du die Zeiten misst, die du zur Erledigung bestimmter Aufgaben brauchst.

Eine weitere Voraussetzung für eine funktionierende Zeitplanung sind SMART definierte Ziele, wie wir bereits in unserem Beitrag zur Motivationssteigerung erläutert haben.

Die Aufgaben sollten zudem in konkrete Schritte unterteilt werden: Was ist der nächste Schritt?

Nun stellst du dir folgende Frage: Wie viel Zeit steht insgesamt zur Verfügung? Die Antwort auf diese Frage ist nicht etwa die Anzahl an Kalendertagen! Gemeint sind vielmehr die Zeitfenster, in denen du tatsächlich arbeiten wirst.

Kalkuliere ein, dass du nicht konstant leistungsfähig bist. Du bist keine Maschine, sondern hast einen Biorhythmus und wirst zwischendurch müde oder sogar erschöpft sein.

Deshalb ist es wichtig, mit Pausen- und Pufferzeiten zu planen. Die Welt wird höchstwahrscheinlich nicht dadurch untergehen, dass du dir mal einen freien Tag mit Freunden oder in der Natur genehmigst, um neue Kraft zu schöpfen.

 Pufferzeiten dienen dazu, das Risiko von Fehlplanung zu minimieren.  Was ist, wenn du eine Woche vor dem Abgabetermin krank wirst und kaum arbeiten kannst, deine Thesis aber noch lange nicht fertig ist?

Das ist mir passiert, sodass ich meine Abgabefrist verlängern musste. Ich wurde krank und hatte keinen Puffer eingeplant. Es macht keinen Spaß, sich kurz vor Abgabe zum Arzt zu schleppen, um dem Prüfungsamt das obligatorische Attest vorlegen zu können.

Mach dir Wochen- und Tagespläne, die durch eingeplante Zeiten für Pausen und Puffer flexibel genug sind.

Ein Hindernis auf dem Weg zu einem realistischen Plan ist, dass die Bachelorarbeit in der Regel die erste große Arbeit ist. Damit fehlen die nötigen Erfahrungswerte, um das Projekt richtig einschätzen zu können.

Dementsprechend wird der Zeitbedarf für folgende Phasen insbesondere von Bachelorstudenten immer wieder unterschätzt: Themenfindung, Recherche, Datenerhebung und Auswertung sowie die anschließende Korrekturphase, die je nach Umfang und Reife des Entwurfs durchaus Wochen dauern kann.

Alles in allem heißt das für dein Zeitmanagement im Studium und beim Schreiben: Schau genau hin und plane realistisch.

Zusammenfassung unserer besten Tipps zum Zeitmanagement im Studium

  1. Schluss mit Multitasking: Erledige eins nach dem anderen.
  2. Ordne deine Aufgaben nach Wichtigkeit und erledige die wichtigste zuerst. Unwichtige Aufgaben kannst du gebündelt abarbeiten.
  3. Finde die für dich passende Zeitmanagement-Methode.
  4. Überwinde deine Prokrastination, indem du dir die Ursachen bewusst machst, dir klare Ziele setzt und mit Freude an die Arbeit gehst.
  5. Plane realistisch mit Pufferzeiten und gönn dir zwischendurch mal eine Pause.

Falls du noch zusätzliche Tipps brauchst, schau mal in unsere Playlist auf YouTube rein!

Worin siehst du die Ursachen für mangelndes Zeitmanagement im Studium? Was wären mögliche Lösungen aus deiner Sicht? Hast du weitere Tipps, wie man sich besser organisieren kann?

Lektoren.blog, Wissenschaft, Signatur, Otter, Lisa Schulz, Florian Fani


Titelbild © Kaylah Otto via Unsplash

Lisa Schulz, Profil, Lektorin

Lektorin, weil ich Sprache liebe. Mag Mannheim, weil die Menschen hier echt sind. Ursprünglich von der Ostseeküste und wahrscheinlich deshalb hydrophil bis zum Geht­nicht­mehr.

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